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JRS: Im Einsatz für Glauben und Gerechtigkeit Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Wednesday, 25. May 2016

Berlin, den 25. Mai 2016. - Vor gut drei Jahren hat Papst Franziskus mit der ersten Reise seines Pontifikats ein starkes Zeichen gesetzt: Auf Lampedusa hat er mit Flüchtlingen gebetet und der Toten gedacht. Noch im selben Jahr hat er beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst in Rom betont, dass es keine Aufgabe für wenige Fachleute ist, Flüchtlinge aufzunehmen. Es ist ein Auftrag für die ganze Kirche, für jede Gemeinde und Kommunität. Letztlich ist es eine Aufgabe für jeden Christen und jede Christin. Damit liegt Franziskus auf der Linie seines Ordens, der sich seit den 1970er Jahren darauf besonnen hat, sich mit all seinen Einflussmöglichkeiten für Gerechtigkeit einzusetzen. Auch um den Preis, Einfluss und Wohlwollen bei manchen Eliten zu verlieren. Auf welche radikal neuen Wege Pater Arrupe den Orden geleitet hat – für die der Flüchtlingsdienst nur ein Beispiel ist – hat JRS-Seelsorger Felix Polten SJ in seinem Beitrag "Engagement für Glauben und Gerechtigkeit" skizziert. Hier der Artikel als PDF.  

 

 
"Die Flüchtlinge werden für uns heilsam sein" Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Friday, 20. May 2016

Friedhelm Hengsbach SJ SJ-Bild/C. EnderBerlin, 20. Mai 2016. - Dass viele Menschen nach Deutschland flüchten und hier auf ein friedliches und selbstbestimmtes Leben hoffen, ist keine Überforderung - im Gegenteil: "In der jetzigen Situation haben wir die große Chance, die Fehler zu korrigieren, die seit 30 Jahren zur zunehmenden Spaltung der Gesellschaft geführt haben", sagt Pater Friedhelm Hengsbach SJ, Ökonom und Gesellschaftsethiker.

Er macht dafür konkrete politische Handlungsvorschläge, die finanzierbar sind - aber politisch gewollt sein müssen. Für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jesuitenordens hat er im März 2016 Frage und Antwort gestanden und sowohl ökonomische wie auch spirituelle Perspektiven beleuchtet. Hier das Interview als PDF.

Foto: Pater Friedhelm Hengsbach SJ. (c) SJ-Bild / C. Ender

Letzte Aktualisierung ( Friday, 20. May 2016 )
 
Mit dem Menschenbild des Grundgesetzes unvereinbar Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Wednesday, 4. May 2016

Bundestagsdebatte Foto Tobias Koch

Berlin, den 4. Mai 2016. - Als integrationsfeindlich, wirklichkeitsfremd und mit dem Menschenbild des Grundgesetzes unvereinbar hat der Jesuiten-Flüchtlingsdienst den Entwurf für ein Integrationsgesetz kritisiert. Das Gesetz beruht offenbar auf der Vorstellung, dass Ingegration die unauffällige Eingliederung in bestehenden Verhältnisse sei, statt Partizipationsmöglichkeiten und Eigenständigkeit zu fördern. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst kritisiert insbesondere Kürzungen der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die einem Bruch des Europarechts gleichkommen. Auch die geplante Wohnsitzauflage, wonach Menschen selbst nach dem positiven Abschluss des Asylverfahrens noch der Wohnort behördlich zugewiesen werden soll, lehnt der JRS entschieden ab: "Staatliche Vorgaben hierzu sind mit dem Menschenbild des Grundgesetzes, das von einem frei verantwortlichen Individuum ausgeht, nicht vereinbar." Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst hofft, dass dieser Entwurf noch einmal grundlegend überarbeitet wird: Viele Maßnahmen widersprechen den Zielen, die der Gesetzgeber damit verbindet. Statt Menschen dabei zu unterstützen, sich nach ihrer Flucht in Deutschland ein selbstständiges Leben aufzubauen, wird es ihnen noch schwerer gemacht. Hier die Stellungnahme zum Nachlesen als PDF.  Foto: Tobias Koch. 

Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 4. May 2016 )
 
"Wir wollen die Vision von Abuna Frans weitertragen" Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Thursday, 7. April 2016

Berlin, 7. A Gedenkgottesdienst Abuna Frans (c) Foto Christian Enderpril 2016. - Um auf seinen Spuren und im Geist des Friedens weiterzugehen, haben mehr als hundert Syrerinnen und Syrer gestern mit einem Gottesdienst in Berlin des Jesuiten Frans van der Lugt SJ gedacht. Pater Frans van der Lugt SJ (geb. 10.4.1938 in den Niederlanden, erm. 7.4.2014 in Homs) hat in Homs ein Zentrum für Kinder mit Behinderungen geführt und war in der Region bekannt als Mensch des Friedens und der interreligiösen Verständigung: "Abuna Frans hatte immer ein offenes Ohr, und er hat allen geholfen, wo er konnte", sagt Issa, der ihn persönlich kannte. Berühmt waren die tagelangen Wanderungen mit ihm, zu denen sich ganz unterschiedliche Menschen zusammenfanden: Christen, Muslime, Agnostiker wanderten, lachten und tanzten abends zusammen. "Alle teilten Brot und Wein, Arme und Reiche saßen am selben Tisch." Sein Ziel war es, die Menschen in all ihren Unterschieden durch gemeinsame Erlebnisse zusammenzubringen. Vor zwei Jahren wurde er in Homs von maskierten Männern gezielt erschossen. An seinem zweiten Todestag sind viele, die ihn persönlich kannten, in Berlin zusammengekommen, um seiner zu gedenken, gemeinsam um Frieden für Syrien und die Welt zu beten und nach seinem Vorbild zwei Tage miteinander von Berlin nach Potsdam zu wandern. "Wir sind nicht hier, um ihn zu einem Heiligen zu machen, das würde ihm nicht gefallen. Wir sind hier, um seine Vision von Frieden und Miteinander weiterzutragen", sagte Rabee, der seit seiner Kindheit mit Abuna Frans zusammen gelebt hat. Nach dem Gedenkgottesdienst in St. Canisus, den JRS-Direktor Pater Frido Pflüger SJ hielt und der auch von vielen Muslimen besucht wurde, feierten sie den 78. Geburtstag von Frans van der Lugt SJ. Am Wochenende sind mehr als 100 Menschen miteinander unterwegs. "Zu diesen Wanderungen sind auch Deutsche herzlich eingeladen mitzukommen, damit wir einander kennenlernen können", so die Studentin Magui, die das "Frans Wandern" mit organisiert hat. Syrer aus vielen Teilen Deutschlands, aus Schweden, Frankreich und England sind der Einladung gefolgt, und auch einige Deutsche wollen sich am Wochenende auf den Weg machen. Foto: (c) Christian Ender

Letzte Aktualisierung ( Thursday, 7. April 2016 )
 
Stellungnahme zum "Asylpaket 2" Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Tuesday, 2. February 2016

Berlin, 2. Februar 2016. - Nicht einmal acht Stunden hat das Bundesinnenministerium den Verbänden Zeit gelassen, um sich schriftlich zum neuen "Asylpaket" zu äußern. Der JRS kritisiert u.a., dass der Nachzug selbst für die engsten Familienangehörigen (minderjährige Kinder und Ehegatten) für die Dauer von zwei Jahren für viele Flüchtlinge (nämlich "subsidiär Geschützte") in Deutschland unmöglich wird: Eine solche Regelung ist integrationsfeindlich. Außerdem sollen Menschen sogar bei schweren Erkrankungen abgeschoben werden können. Ein Asyl-Schnellverfahren binnen einer Woche, das Menschen aus sogenannten "sicheren Herkunftsländern" vorgeschrieben wird, macht eine sorgfältige Prüfung des Einzelfalls schier unmöglich und erschwert den Zugang zu Rechtsberatung und Rechtsmitteln: Das Asylverfahren droht zur Farce zu verkommen. Mehrere Regelungen hält der Jesuiten-Flüchtlingsdienst für europarechts- und verfassungswidrig. Aus gesellschaftlicher Perspektive bleibt rätselhaft, wem Vorschriften, die alle Integrationsbemühungen unterlaufen, nützen sollen. Hier die Stellungnahme des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes zum aktuellen Gesetzentwurf als PDF.

 
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