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katholisch.de, 15.01.2014: Er ist nicht der Mann, der sagt "Europa soll" oder "die Politik muss". Dabei kennt Pater Peter Balleis sich so gut aus in seiner Materie, dass er eigentlich Forderungen stellen dürfte. Denn der 56-Jährige ist Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) mit Sitz in Rom. Von da aus besucht er die Flüchtlings-Programme seines Ordens in rund 50 Ländern der Welt. Obwohl er die schwierige Lage der Asylsuchenden kennt, strahlt er Hoffnung aus. Und er versucht mit kleinen Beispielen, den Deutschen die Angst vor Flüchtlingen zu nehmen. (Link zum Artikel )

 

 
Aktuelles
Europa muss Flüchtlingen sicheren Zugang ermöglichen Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Saturday, 5. October 2013

(c) Reuters Rescued Migrants at LampedusaRom, 3. Oktober 2013. Staatstrauer allein reicht nicht, sagt der JRS Italien nach dem schrecklichen (und nicht dem ersten!) Bootsunglück vor Lampedusa, bei dem hunderte Geflüchtete ihr Leben verloren haben: Europa muss aktiv und jeweils so früh wie möglich dafür sorgen, dass Menschen nicht auf bekannten Fluchtrouten ihr Leben verlieren, sondern sicher ankommen. Dafür könnte z.B. die EU-Grenzschutzagentur Frontex herangezogen werden, fordert der JRS. Hier der Link zur englischsprachigen Pressemitteilung .
Auch der Jesuiten-Flüchtlingsdienst hat Konsequenzen gefordert.Pater Frido Pflüger SJ über den Zusammenhang zwischen Lampedusa und unserer Abschottungspolitik, die "globalisierte Gleichgültigkeit" und die Verantwortlichkeit jedes Einzelnen: Wir müssen effektiv dafür sorgen, dass Asylsuchende lebend und sicher hierher kommen können, um ihr Menschenrecht auf Asyl auch in Anspruch zu nehmen. Und aufhören, die Verantwortung abzuschieben - auf die (gewählten) Politiker_innen, auf andere Institutionen... Hier der Link zum Interview (Audiodatei) .
Foto: (c) Reuters. Gerettete Flüchtlinge auf einem Boot der Küstenwache vor Lampedusa. 

Letzte Aktualisierung ( Thursday, 17. October 2013 )
 
Papst Franziskus besucht das Centro Astalli Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Tuesday, 10. September 2013

 Rom, 10. September 2013. Papst Franziskus hat heute das vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst unterhaltene Centro Astalli besucht. Dort erhalten täglich rund 450 Flüchtlinge und Migranten eine warme Mahlzeit, sie bekommen Rechtsberatung, medizinische Hilfe und können dort Italienisch lernen. Stellvertretend für viele der Menschen, die das Centro Astalli täglich aufsuchen, hörte Papst Franziskus die bewegenden und persönlichen Worte eines ehemaligen sudanesischen Kindersoldaten und einer Syrierin. "Viele von Ihnen sind Muslime oder Angehörige anderer Religionen", sagte der Papst in seiner Antwort. "Die Geschwisterlichkeit, die wir hier sehen, zeigt, dass wir keine Angst vor den Unterschieden zu haben brauchen - sie ist vielmehr ein Reichtum, ein Geschenk für uns alle!" Ehemalige Klöster sollten nicht in Luxushotels umgewandelt werden, sondern ihre Türen für Flüchtlinge öffnen, so Franziskus. "Der Herr ruft uns, Menschen mutiger und großzügiger aufzunehmen in unserer Gemeinde, in unseren Häusern, in unseren leeren Klöstern." Das sei keine Aufgabe für wenige Spezialisten, sondern für die ganze Kirche.

Foto: Centro Astalli, A. Giuliani. Weitere Bilder von den Begegnungen im Centro Astalli und in der Kirche Il Gesù, in der auch der Gründer des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, P. Pedro Arrupe SJ, begraben ist, finden Sie auf www.facebook.com/fluechtling e .

Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 11. September 2013 )
 
Europäischer Gerichtshof muss getrennte Unterbringung von Abschiebungshäftlingen klären Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Tuesday, 30. July 2013

23./29. August 2013. Eine Grundsatzentscheidung steht an: Seit Jahren weist der Jesuiten-Flüchtlingsdienst darauf hin, dass die Unterbringung von Abschiebungsgefangenen in deutschen Justizvollzugsanstalten gegen europäisches Recht verstößt. Denn die europäische „Rückführungsrichtlinie“ verpflichtet die Mitgliedsstaaten, zwischen Abschiebungshaft und gewöhnlicher Haft zu unterscheiden. Nun hat der Bundesgerichtshof die Frage dem Europäischen Gerichtshof zur Entscheidung vorgelegt.

Wir unterstützen die Betroffenen in beiden Verfahren durch unseren Rechtshilfefonds und danken allen Spenderinnen und Spendern, die das möglich machen!

Am 29.8.2013 haben Diakonie und Jesuiten-Flüchtlingsdienst gemeinsam Stellung genommen. Die Erklärung, in der die beiden Organisationen die sofortige Trennung von Straf- und Abschiebehaft fordern, finden Sie hier: Erklärung von Diakonie und JRS.


Mehr Infomationen aus unserer Arbeit und aktuelle Nachrichten aus der Asylpolitik finden Sie auf unserer JRS Facebook Seite: www.facebook.com/fluechtlinge

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 3. September 2013 )
 
Inhaftierungen auf Malta verletzten Menschenrechte Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Wednesday, 24. July 2013

Foto: Times of Malta 24. Juli 2013. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat in zwei Urteilen vom 23. Juli 2013 festgestellt, dass die Praxis der Inhaftierung von Bootsflüchtlingen auf Malta die Europäische Menschenrechtskonvention verletzt. Eines der beiden Verfahren betraf eine Frau aus Somalia, die als Bootsflüchtling 2009 auf Malta angekommen war, vom dortigen Jesuiten-Flüchtlingsdienst begleitet und auch vor Gericht vertreten wurde. In ihrem Fall zeigte sich der Gerichtshof besonders entsetzt über die unerträglichen Haftbedingungen, denen sie über vierzehn Monate lang ausgesetzt gewesen war. Außerdem äußerte er ausdrücklich sein Unverständnis darüber, dass die Inhaftierten auf Malta keine effektiven Möglichkeiten haben, sich mit Rechtsmitteln gegen die Haft zu wehren. Zu ähnlichen Ergebnissen kam der Gerichtshof auch im zweiten Fall, in dem es um einen Bootsflüchtling mit ungeklärter Staatsangehörigkeit ging. Malta muss jetzt hohe Entschädigungszahlungen an die Opfer leisten. Urteil im erstgenannten Verfahren, Aden Ahmed gegen Malta (Nr. 55352/12): Link zum englischen Text; Urteil im Verfahren Soso Musa gegen Malta (Nr. 42337/12): Link zum englischen Text.
Foto: (c) Times of Malta

Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 24. July 2013 )
 
Papst auf Lampedusa: Signal gegen die Gleichgültigkeit Drucken E-Mail
Geschrieben von Haßkamp   
Monday, 8. July 2013
Papst Franziskus besucht Flüchtlingsinsel Lampedusa

8. Juli 2013. Mit der ersten Reise außerhalb von Rom nach Lampedusa hat der Papst ein starkes Zeichen gesetzt, das furchtbare Schicksal von Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa und ihr Leiden in Europa nicht länger zu ignorieren. "Von der globalisierten Welt sind wir in eine globalisierte Gleichgültigkeit gefallen", sagte der Papst, nachdem er die Flüchtlinge begrüßt und besonders den muslimischen Flüchtlingen zu Beginn des Ramadan "reiche geistliche Frucht" gewünscht hatte und versicherte: "Die Kirche ist euch nahe in eurer Suche nach einem würdevollen Leben für euch und eure Familien." 
Radio Vatikan hat eine deutsche Arbeitsübersetzung der Predigt auf Lampedusa erstellt: (hier der Link).
In einem Interview mit der Berliner Zeitung hat P. Frido Pflüger SJ, Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, deutlich gemacht, welche Hoffnungen er mit diesem Signal verbindet: "Ich hoffe, dass er uns Christenmenschen aufrüttelt, besonders die Berufspolitiker. Es ist erschütternd zu sehen, dass Flüchtlinge oft in christlich-konservativen Kreisen Ablehnung erfahren. Durch das eindeutige Zeichen des Papstes wird klar: eine solche Haltung ist nicht christlich; christlich ist vielmehr, hinzugehen und sie willkommen zu heißen." (Zum Interview)
Das betrifft allerdings nicht nur Politikerinnen und Politiker, betonte P. Pflüger im Domradio. Es ist ein Appell an alle, denn "in demokratischen Staaten sind wir  verantwortlich für das, was unsere Regierungen tun". Für Christinnen und Christen wirft der Papst jedoch nochmal besonders die Frage auf, was Christentum bedeutet und was wir konkret tun können. (Zum Interview, 6 min.)

Letzte Aktualisierung ( Sunday, 25. August 2013 )
 
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