Die Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht findet am 9.–11. November 2012 in Stuttgart-Hohenheim statt. Sie widmet sich dem Thema “Ausweisung – Zurückweisung – Abschiebung: Zwischen Aufenthaltsrecht und Exklusion”.

Während in der Diskussion des Migrationsrechts oft die legale Zuwanderung im Fokus steht, wird das Ende des (dann illegalen) Aufenthaltes kaum näher betrachtet. Auf gesetzlicher Ebene blieben die Vorschriften über die Aufenthaltsbeendigung von den Umstrukturierungen des Zuwanderungsgesetzes unberührt; hier sind in den letzten 20 Jahren lediglich zusätzliche Befugnisse der Ausländerbehörden hinzugekommen. Dabei steht das Recht der Ausweisung, Zurückweisung und Abschiebung heute in einem spannungsgeladenen Mehrebenensystem aus nationalen gesetzlichen, europäischen und menschenrechtlichen Vorgaben: Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte und das Bundesverfassungsgericht haben eine differenzierte Rechtsprechung entwickelt, und das Unionsrecht enthält neue Vorgaben, die umgesetzt werden müssen. Muss es für bestimmte Gruppen einen absoluten Ausweisungsschutz geben? Lassen menschenrechtliche Vorgaben ein Rückführungsverfahren wie “Dublin II” oder eine Zurückweisung von Flüchtlingen auf Hoher See zu?

Die Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht wird diesen und anderen Fragen nachgehen und dabei sowohl grundsätzliche Aspekte beleuchten als auch aktuelle praktische Themen diskutieren. Die Diskussion soll dabei nicht auf Deutschland beschränkt bleiben, sondern soll auch aktuelle Entwicklungen aus z.B. Frankreich, Italien und der Schweiz behandeln.

Das Tagungsprogramm finden Sie hier als Link und als PDF (106 KB) .